Das Web 2.0 – Mitgestaltung für jedermann

Web 2.0 bezeichnet eine ganze Reihe interaktiver Elemente des World Wide Webs. Der Nutzer konsumiert nicht nur einen Inhalt, er stellt auch selbst Inhalt zur Verfügung. Der Begriff steht für eine neue Generation des Internets. Die Verwendung des Begriffs wird in den letzten Jahren von der Bezeichnung Social Media mehr und mehr verdrängt.

Erste Entwicklungen

Im Dezember 2003 wurde, in einem US amerikanischen Fachmagazin für IT Manager, der Begriff Web 2.0 das erste Mal gegenüber der Öffentlichkeit erwähnt. Der Begriff sollte die interaktiven Nutzungsarten von einem Web 1.0 abgrenzen, in dem nur wenige ihren Inhalt zur Verfügung gestellt hatten und die breite Masse nur Konsument war, ohne der Möglichkeit selbst etwas beizutragen. Zu Beginn hat das Internet hauptsächlich aus statischen HTML Seiten bestanden, die nur gelegentlich überarbeitet oder ausgetauscht wurden. Nach der Einführung von Content Management Systemen und Datenbanken war es möglich, dass Seiten von mehreren Menschen bearbeitet und verwaltet werden konnten.

Was beinhaltet Web 2.0?

Laut Befürwortern basiert Web 2.0 auf diesen Entwicklungen:
Der Durchschnittsanwender kann Datenspeicher im Internet benutzen (z.B. Fotos hochladen). Lokale Anwendungen können auf Internetanwendungen zugreifen.
Programme können sich selbstständig übers Internet aktualisieren und benutzen den Internet Browser als Schnittstelle.
Auch Durchschnittsuser können Beiträge auf Server laden, unterhalten Weblogs und benutzen öffentliche Netzwerke.
Die Webinhalte verschiedener Dienste verbinden sich über offene Programmierschnittstellen zu neuen Diensten
Auch Benutzer ohne Programmierkenntnisse können aktiv an der Meinungs- und Informationsverbreitung teilnehmen.
Die CMP Technology hat den Web 2.0 Begriff in den USA als eine Dienstleistungsmarke angemeldet. 2006 wurde dem Begriff Aufmerksamkeit zuteil, als ihn eine andere Organisation für eigene Konferenzen verwendete und eine Abmahnung von CMP erhielt. Diese Maßnahme wurde oft stark kritisiert.

Anwendungsbereiche

Einige Anwendungen werden dem Begriff Web 2.0 direkt zugeordnet, dazu gehören:
Wiki: eine Webseitensammlung die von Benutzern erstellt und überarbeitet werden kann.
Weblog: eine oder mehrere Personen verfassen Texte zu denen die Leser Kommentare hinterlassen können.
Podcast: Audio- und Videodateien werden im Internet veröffentlicht.
Soziale Netzwerke: vom Benutzer kann ein Profil erstellt werden und ebenso können Kontakte verwaltet werden.
Social Bookmarks: Nutzer können persönliche Links Speichern und Kategorisieren.
Social News: Nachrichten können von Usern bewertet und kommentiert werden.
Media Sharing Plattformen: bieten Nutzern die Möglichkeit ein Profil anzulegen um Mediadaten zu speichern und die Fotos und Videos anderer zu bewerten oder nur konsumieren.

Die beliebtesten Web 2.0 – Pages

Die wirtschaftliche Bedeutung der Web 2.0 Anwendungen kann durch die Mitgliederzahl, der Popularität und der Nutzungshäufigkeit belegen. Facebook, z.B. ist mit 500 Millionen Nutzern unter den 10 bestbesuchten Websites. You Tube, Wikipedia und Blogger.com gehören ebenso dazu. Damit befinden sich vier Anwendungen des Web 2.0 unter den Top 10. Besonders häufig werden die Anwendungen von 14-29 Jährigen besucht. Ein ökonomischer Erfolg hat sich bislang jedoch noch nicht verzeichnet. Die Umsätze sind nicht so hoch wie die theoretischen Marktbewertungen angeben.

Für den Begriff Web 2.0 hagelt es oft Kritik, so sagte Tim Berners-Lee, Gründer des WWW, dass er den Begriff für einen Jargonausdruck hält, von dem keiner weiß was er wirklich bedeute. Er glaubt nicht an ein neues Netzverständnis des Web 2.0. Berners-Lee wolle von Anfang an das Publizieren und das Konsumieren möglich machen, sein erster entwickelter Browser war bereits Browser und Editor. Laut Kritikern verallgemeinert Web 2.0 nur eine konsequente Weiterentwicklung im WWW.

Foto: MacX – Fotolia

Ähnliche Berichte:

Tags: , , , ,

Bisher keine Kommentare

Antworten